Sonntag, 17. Juli 2011
Da wir nur wenig Zeit für den SNP haben, stehen wir heute tatsächlich früh auf, nämlich um 7 Uhr. Heute hat nicht nur Marlene einen juckenden Ausschlag, sondern wir alle, wenn auch lange nicht so arg wie sie. Es ist uns ein Rätsel, woher der kommen könnte. Da er nur auf der Haut auftritt, die unbedeckt von der Kleidung ist, vermute ich, dass es die „Nebelkühler“ in Las Vegas sein könnten, die wir vielleicht nicht vertragen. Obwohl uns die in LA nichts ausgemacht haben.
Wir haben Frühstück inklusive und es ist nicht allzu berauschend. Erstens gibt es viel zuwenig Platz für all die Menschen, die hier essen wollen und zweitens keine Hot Chocolate für Marlene und keine Eierspeise für Tobias. Wir trinken schnell einen Orangensaft, Thomas amerikanischen Kaffee und essen ein paar Muffins.
Ich will bald beim berühmten General Sherman Tree sein, dem größten Lebewesen der Erde. Es ist ein Sequoia-Tree, der zwar weder in der Höhe noch im Umfang der größte Baum ist, sondern nur der drittgrößte, aber im Volumen. Wir müssen uns zuerst über eine Höhenstraße quälen und 20min an einer Baustelle warten, dann fahren wir endlich durch den Giant Forest, wir sehen die ersten riesigen Mammutbäume, es ist wunderschön.
Zum General Sherman muss man noch ca 10 Minuten zu Fuß gehen, es ist ein netter Weg bergab. Dann sieht man ihn zum ersten Mal und er schaut von der Ferne gar nicht mal so riesig aus. Da ich ja früh da sein wollte, es ist viertel nach 9, sind noch kaum Menschen da und wir können uns alleine vor dem Baum stellen und fotografieren. Wenn man davor steht, sieht man dann die gewaltige Größe und es ist schon ein toller Moment.
Wir gehen dann noch den Congress Trail, der ca einen Kilometer lang ist und ebenfalls an vielen Mammutbäumen vorbeiführt. Wir sind alleine hier unterwegs und es ist ein schönes Erlebnis.
Als wir zum Sherman dann fast eine Stunde später zurückkehren, sind schon so viele Menschen da, dass es nicht mehr ganz so toll ist wie zuvor.
Oben auf 2000m ist es auch im Schatten noch recht frisch, bei ca 60F, in der Sonne schon erträglich warm. Wir fahren dann weiter zum Grant Grove Tree, der bereits im Kings Canyon Nationalpark liegt und der fünftgrößte Baum der Erde ist. Die Landschaft ist wunderschön. Der Grant Grove Tree ist in ganz USA als der „Weihnachtsbaum der Nation“ bekannt und das seit 1926. Zu Weihnachten wird am Fuße dieses Mammutbaumes ein Fest gefeiert, das bis in den hintersten Winkel der USA übertragen wird.
Die Menschen sind daher auch ein wenig aufgeregter, wenn sie diesen sehen und fotografieren können. Wir gehen wieder den kleinen Rundweg, der an einigen Mammutbäumen vorbeiführt und wieder sind wir sehr beeindruckt. Es wird auch einiges erklärt und es ist wirklich erstaunlich, dass es so alte und große Bäume gibt.
Da der Weg ab dem Visitor Center viel besser zu fahren war als am Anfang, sind wir nun doch schneller fertig geworden und fahren bereits um halb zwei auf den Highway 180 in Richtung Fresno. Dann auf dem 41, 49 und 140 zum Yosemite NP, wo wir um 17 Uhr ankommen. Wir wohnen im Yosemite View Lodge und da es hier so schön ist – wir wohnen direkt am Merced River, wir haben eine Terrasse, ein großes Zimmer, ein großes Bad und einen Kühlschrank!! Das ist uns mittlerweile auch sehr wichtig, da die Nächte nicht mehr so kalt sind, dass wir die Getränke im Auto lassen können und sie gekühlt werden.
Wir machen es uns ein wenig gemütlich, sitzen auf der Terrasse, erkunden das Gebiet, gehen wieder mal waschen und trocknen. Marlene sortiert ihre Souvenirs, Tobias spielt wieder mal am Computer (nachdem er sein Programm, an dem er seit zwei Wochen programmiert, nun in der sogenannten Beta-Phase hat), wir haben seit Tagen keine Internet-Verbindung.
Es gibt eine kleine Pizzeria, und wir bestellen eine Medium Pizza für uns vier. Amerikanische Pizzas haben ja einen viel dickeren Teig und Belag und daher werden wir alle satt.